Die Bedeutung der Shotokan-Karate Angriffsstufen Jodan, Chudan und Gedan

KYUSHO befasst sich wissenschaftlich mit der Selbstverteidigung. Einer der Grundsätze des KYUSHO ist es, die bestehenden Dinge und Prinzipien zu hinterfragen, ganz nach dem Zitat von Alexander von Humbold „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“

Seit vielen Jahren befasse ich mich mit KYUSHO und ich habe immer wieder „Aha-Erlebnisse“, auch darin, die Bedeutung bestehender alter Kampfsysteme zu verstehen und neu zu interpretieren. So auch die Angriffsstufen Jodan, Chudan und Gedan im Shotokan-Karate.

Jodan bezeichnet i.d.R. die Angriffsstufe, bzw. Trefferregion, Kopf und Hals, evtl. noch die Schulter. Chudan entsprechend den Rumpf, von Hals bzw. Schulterbereich bis zur Leiste. Und Gedan bezeichnet die Trefferregion, bzw. Angriffsstufe, von Leiste nach unten bis zur Fußsohle.

Für mich waren diese Bezeichnungen und Definitionen der „Angriffsstufen“ bzw. Trefferregionen immer zu ungenau, zu allgemein gefasst. Bspw. das Kommando in der Grundschule oder in einer Kata: „Oi-Zuki Jodan“. Das bedeutet schlage einen geraden Fauststoß in die Region Kopf/Hals. Aber wo genau hin? Und warum, um was zu bewirken? Welches Prinzip liegt hinter der Technik, die angewendet wird?

Durch meine Ausbildung in Kyusho-Jitsu lernte ich die Vitalpunkte als Trefferflächen kennen, sowie das dahinterstehende Prinzip der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), womit die Wirkung des Treffers erklärt werden sollte.

Wie in meinem Buch „Die Prinzipien hinter Dim-Mak und Kyusho-Jitsu – Band 1 – Grundlagen“ erläutert, war auch dieses Prinzip der TCM für mich zu ungenau und nicht valide bzw. reproduzierbar. Erst durch die Betrachtung der Neurophysiologie als Prinzip hinter der Trefferwirkung erschloss sich für mich die Erklärung, warum welche Trefferfläche Sinn macht und wie diese geschlagen werden sollte.

Mit der Ausarbeitung meines KYUSHO-Trainings-Plans (Ausbildungsplan, Prüfungsordnung) erschloss sich mir die Bedeutung der sogenannten „Angriffsstufen“ Jodan, Chudan und Gedan im Shotokan-Karate.

M.E. handelt es sich nicht um Angriffsstufen, sondern um Verteidigungsstufen.

Der Angriff sollte so genau wie möglich erfolgen und auch trainiert werden. Durch das regelmäßige Training wird das Unterbewusstsein programmiert, um diese Bewegungen schnell ausführen zu können (Prozeduales Gedächtnis, siehe Kapitel 6.2.4.1, Seite 168, in meinem Buch „Die Prinzipien hinter Dim-Mak und Kyusho-Jitsu – Band 1 – Grundlagen“). Das Training mit bspw. nur der Angriffsstufe Jodan ist daher zu ungenau, um den Bewegungsablauf einer Technik, wie bspw. den geraden Fauststoß, zu trainieren, bzw. im Unterbewusstsein abzuspeichern.

In meinem Buch habe ich alleine für den Kopf und Halsbereich 22 Trefferregionen definiert, die neurophysiologisch Sinn ergeben. Noch nicht berücksichtigt für diese „Angriffsstufe“ Jodan sind hier die Trefferregionen Schulter und Brust (Herz).

Für die „Angriffsstufe“ bzw. Trefferregionen Jodan habe ich mehr als 130 Angriffsszenarien gefunden. Also mehr als 130 Arten bzw. Möglichkeiten, wie dieser Bereich angegriffen werden kann. Zu jedem Angriffsszenario sollte es auch eine Kontertechnik geben. Wie in meinem Buch beschrieben, führt eine große Anzahl an möglichen Kontertechniken zur Verlangsamung der Reaktionszeit, was in einer Selbstverteidigungssituation kontraproduktiv wäre.

Aus diesem Grund macht es Sinn, für die Kontertechniken, die Angriffe zu gruppieren, zu clustern, bzw. zusammenzufassen. Viele Angriffsszenarien können durchaus zusammen gefasst und mit ein und derselben Kontertechnik beantwortet werden. Das macht eine Selbstverteidigung effektiver und effizienter.

Somit komme ich zu der Schlussfolgerung, dass es sich bei den „Angriffsstufen“ im Shotokan-Karate nicht um „Angriffsstufen“, sondern um die Stufen des „Blocks“ bzw. der „Kontertechnik“ (Verteidigungsstufen) handelt.

Der Angriff sollte so präzise wie möglich erfolgen. Die in meinem Buch beschriebenen Trefferflächen, basierend auf den neurophysiologischen Zusammenhängen, können hier eine Hilfestellung geben.

Die Kontertechnik kann durchaus vereinfacht bzw. zusammengefasst werden, woraus sich die Stufen Jodan, Chudan und Gedan im Shotokan-Karate ergeben.

/Holger

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Neue Schmerzrezeptoren in der Haut entdeckt

Die Wissenschaft entdeckt immer wieder neue Zusammenhänge im und am menschlichen Körper. So wurden nun weitere Schmerzrezeptoren in der Haut gefunden, die ein Schmerzsignal, hervorgerufen durch Druck und Berührung, an das Zentrale Nervensystem weiter leiten. Dies ergänzt die bisherige Ansicht, dass diese Signale nur von den freien Nervenendigungen erzeugt werden.

 

Weitere Informationen findet ihr in diesen Artikeln:
https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/neue-schmerzsensoren-in-der-haut-entdeckt/
https://www.spektrum.de/news/bisher-unbekannte-schmerzrezeptoren-gefunden/1668794

 

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Antike Hirnforscher: ARISTOTELES – DAS GEHIRN ALS KÜHLSYSTEM

In einem neuen Artikel auf www.dasGehirn.info wird dargestellt, dass Aristoteles das Gehirn lediglich als Kühlsystem für das Herz angesehen hat. Interessant ist, dass das Blut oder “Pneuma” als Pendant zur Lebensenergie Chi (China) oder dem Prana (Indien) beschrieben wird. In diesem Artikel wird auch erläutert, dass die Gefäße, in denen diese Lebensenergie im Körper fließen soll, nicht nachgewiesen wurden, jedoch das Nervensystem.

Genau dieser Ansatz wird auch in meinem Buch über KYUSHO beschrieben.

Über diesen Link gelangt ihr direkt zu dem Artikel auf www.dasGehirn.info:
https://www.dasgehirn.info/entdecken/meilensteine/aristoteles-das-gehirn-als-kuehlsystem